Tage wie diese
Posted on 22.06.2007 at 07:44 - 0 Kommentare - Link
Es gibt ja Tage, die man am Besten durch den Boden eines Glases betrachtet. Nicht nur, weil im Suff alle Frauen schön sind. Aber Realität ist nun einmal die Illusion, die aus Mangel an Alkohol entsteht.
Und an Tagen wie diesen ist diese Illusion fast real. Kaum zu glauben, aber schon beim Aufstehen stehen die Hausschuhe nicht da, wo sie sonst stehen. Man muss schon die Augen aufmachen und die bunten Farben des Traumes machen Platz für die Schwarzweiße Wirklichkeit. Okay, man kann auch einfach die Vorhänge öffnen. Aber schon da beginnt der Schmerz.
Nichts funktioniert wirklich. Und was schief gehen kann, wird auch schiefgehen. Warum sollte man also mit irgendetwas anfangen? Weil selbst das rumsitzen nicht wirklich klappt. Das Telefon klingelt und wenn sich der Teilnehmer nicht verwählt hat, dann möchte er einen besonders tollen neuen Telefontarif verkaufen. Und wenn man das Gespräch nicht rechtzeitig abbricht, entstehen mindestens 10 Euro Kosten, die man nicht verursacht hat, aber natürlich bezahlen muss.
Man sollte solche Tage einfach verbieten, aber die Änderung des Grundgesetzes erfordert ja mindestens eine zweidrittelmehrheit.
Tage wie diese eben.
Verwirrt aber gesund?
Posted on 20.06.2007 at 01:05 - 0 Kommentare - Link
Im Krankenhaus wird man gepflegt und als geheilt entlassen? Tja, leider nicht. Willkommen in der Wirklichkeit. Niemand ist geheilt. Du wirst zwar entlassen, aber viele sind nun chronisch kranke Menschen. Das Heißt, sie haben für den Rest ihres Lebens unter der Erkrankung zu leiden, gegen die sie nun immer Tabletten nehmen müssen.
Schlimmer noch die Menschen, denen zwar ihr Leiden gelindert wurde, die aber Dank der ganzen Medikamente, die sie bekommen haben von nun an wirr und desorientiert durch den Rest ihres Lebens wandeln müssen.
Was für ein Leben? Da hast du nun für viel Geld ein Gerät bekommen, das einfach verhindert, dass du sterben kannst. Eigentlich ganz schön. Aber leider macht der Rest deines Körpers nicht merh mit. Du liegst in deinem Bett, kannst ohne fremde Hilfe nicht mal mehr pinkeln und kanst abe einfach nicht sterben.
Hunde, wollt ihr ewig leben? Wer aber soll die Verantwortung übernehmen zu entscheiden, wer leben darf und wer nicht? Kann dein Versicherungsstatus wirklich die Entscheidung sein? Kassenpatient oder Privat? Wie groß wird Ethik im Gesundheitswesen eigentlich noch geschrieben? Oder wurde Ethik von je an ignoriert? Forstschritt ist die Kunst des Machbaren nicht des Sinnvollen.
Der nächste Tag
Posted on 1.08.2006 at 09:48 - 3 Kommentare - Link
Ich liege seit Stunden
und kotze in runden
fast wirklich perfekten Kreisen.
Mein Kopf wiegt schwer
ich kann nicht mehr
ich bin am vergreisen.
Mein Magen wie Feuer
mein Leben wird greuer
beschissener Alkohol!
Wie geht es jetzt weiter
werd' ich mal gescheiter
mein Kopf bleibt auf ewig hohl.
Jetzt kommt es schon wieder
ich schließ meine Lider
und schreie während ich kotz!
So geht es seit Stunden
ich kotze in Runden
aus der Nase läuft mir der Rotz!
Schnaps, ein Gedicht in zehn Zeilen
Posted on 31.07.2006 at 05:41 - 0 Kommentare - Link
Den ersten hab`ich getrunken, weil du gegangen bist
Den zweiten hab`ich getrunken, weil du vergangen bist
Den dritten hab`ich getrunken, weil ich gelitten habe
Den vierten hab`ich getrunken, weil ich gestritten habe
Den fünften hab`ich getrunken, weil ich fast gestorben bin
Den sechsten hab`ich getrunken, weil ich verdorben bin
Den siebten hab`ich getrunken, so ganz ohne Grund
Den achten wollte ich trinken und verfehlte meinen Mund
Den neunten hab`ich getrunken und gab`mein letztes Geld
Den zehnten hab`ich getrunken auf alle Frauen der Welt

Olympischer Größenwahn?
Posted on 31.07.2006 at 05:10 - 0 Kommentare - Link
Da ist es wieder. Die Relationen gehen auseinander und keiner schreit laut auf. In China wird jetzt extra für die Olympischen Spiele 2008 Tropenholz abgeholzt, um damit die Tribünen für das Olympiastadion in Peking zu bauen, auf denen dann ausgesuchte Gäste sitzen dürfen. Eigentlich nichts besonderes, allerdings muß dieses Holz aus tropischen Regenwäldern geschlagen werden und das ist eigentlich verboten.
Was heißt das jetzt? Die Chinesische Regierung autorisiert eine illegale Abholzaktion für ein Sportereignis, das vier Wochen dauern soll. Und noch besser, weder das olympische Komitee noch die weltweiten Sponsoren aus dem Westen protestieren dagegen. Ganz im Gegenteil. Sie versuchen sogar diese Meldung zu verheimlichen.
Was kommt dann als nächstes? Goldmedalien aus Elfenbein? Siegerpokale aus Totenschädeln?
Oder ist der Artenschutz und der Naturschutz nur dann wirklich stark, wenn er der Wirtschaft und der Politik nicht im Weg steht? Vielleicht. Bestimmt aber haben Umwelt und Naturschutz dann keine Kraft, wenn die Welt wegsieht.
Brauchen wir wirklich Tribünen aus Tropenholz, wenn sich die Mehrheit der Zuschauer die Spiele sowieso von zu Hause vor dem Fernseher ansieht?
Manchmal ist es eben wie immer. Und manchmal ist manchmal mehr als manchmal lieb. Oder so .
Nach vorne zurück
Posted on 28.07.2006 at 10:07 - 0 Kommentare - Link
Es ist ja eigentlich schon komisch, aber irgend wie versucht man es ja immer wieder.
Die Bundesregierung versucht uns den Sprung in die Vergangenheit mit der Notwendigkeit zu Veränderungen zu verkaufen. Dabei werden Dann Veränderungen versucht, die schon vor Jahren gescheitert waren.
Warum versucht man jetzt, obwohl kaum ein Interesse daran besteht, der Genmanipulation Vorschub zu leisten? Schon vor Jahren wurden Gesetze erlassen, die Genanbau auf Deutschen Feldern erschweren, ja fast unmöglich machen. Und jetzt mit neuer Bundesregierung und einem Neuen Verbraucherschutzminister wird die Genamnipulierte Pflanze ganz schnell durch die Hintertür auf den Teller gebracht.
Wer braucht eigentlich Mais, der mit den Erbinformationen von Ratten verschlimmbessert wurde. Wrum zur Hölle sollte ich überhaupt versuchen mir Erbinformationen über den Verdauungstrakt zuzuführen? Das Problem des Hungers kann es jedenfalls nicht sein.
Immer mehr Ackerflächen müssen als Bauland weichen. Ist es da nicht logisch, das bei immer weniger Anbaufläche auch immer weniger Ernte eingefahren werden kann? Was also soll da die Genmanipulation bewirken?
Nichts? Oder einfah nur Übelkeit?
Herr Seehofer, haben Sie eigentlich außer Ihrem Gewissen auch Ihre Kontonummer freigestellt? Kann man sie kaufen? Bitte keine Antwort, mir ist schon schlecht.
Mehdorns Bahnhofmission
Posted on 28.05.2006 at 11:25 - 0 Kommentare - Link
Guten Tag, Herr Mehdorn.
Nun ist er also doch noch fertig geworden. Der Hauptstadtbahnhof. Nach deutlich längerer Bauzeit, nach deutlich höheren Kosten und mit deutlich weniger Dach. Aber ist ja egal. Er steht und glänzt und ist gewaltig. Ihr Bollwerk der Verschwendung.
Wer setzt da eigentlich wem ein Denkmal? Die Bahn der Hauptstadt? Die Hauptstadt der Bahn? Oder Herr Mehdorn sich selbst?
Herr Mehdorn, der Mann ist gegen Luxus und will das Sinnvolle. Jedenfalls hat er das ja so oder so ähnlich gesagt.
Genau, das kann man sehen. Ein Glaspalast in den die ICEs hineinjagen und wieder raus, schnell und schneller. Ein Bahnhof halt, der ohne Luxus auskommt.
Wieviel hat das ganze doch noch mal gekostet? Genau, wir wissen es alle nicht wirklich. Klar ist nur, das das Geld von irgendwoher kommen muss. Mal ehrlich, wieviele Strecken werden denn jetzt stillgelegt? Wieviele Bahnhöfe müssen jetzt weiter verfallen oder werden geschlossen, nur damit der Glaspalast Hauptstadt nicht die völlige Pleite des Gesamtunternehmens nach sich zieht?
Alle Wege führen nach Rom und eben nicht nach Berlin. Da fehlt dann eben ein Bahnhof von dem man abfahren kann, oder die Strecke ist einfach still und man muss viermal umsteigen, bis man dann die Hauptstadt erreicht.
Tolle Sache, wir haben eine Bahnhof und keiner kommt hin.
Herr Mehdorn, hauptsache sie können von Ihrem Bürofenster jeden Tag auf Ihr Bollwerk schauen. Wenn nichts dazwischenkommt, wird das Ding ja bleiben, auch wenn Sie gehen.
Vielen Dank und gute Fahrt,
Born1703
Salat und Sterben
Posted on 22.05.2006 at 10:56 - 1 Kommentare - Link
Sie schnitt die Tomaten wie eine Maschine. Zack, zack, zack! Das Messer war kaum zu sehen.
"Kannst du mir mal das Salz geben?"
Ich reichte ihr den Salzstreuer.
"Feta auch noch?"
Ich nickte. Ja, Feta war gut.
"Ist das nicht zuviel? Feta und Tunfisch?"
"Nein, warum ? Ich mag Feta und ich mag Tunfisch."
"Ich finde, das ist zuviel."
Warum fragst du dann? " Wenn du meinst."
"Ja" Sie schob die Tomaten vom Brett in den Salat.
"Sag mal. Wie möchtest du eigentlich sterben?"
Ich sah sie an. Sie stand da mit dem Küchenmesser von dem noch das Fleisch der Tomaten tropfte da und lächelte mich an.
"Wie bitte ?" Ich sah mich kurz um. Die Küchentür in meinem Rücken war zu.
" Na, du hast dir doch schon mal Gedanken darüber gemacht?"
"Äh, ich? Nein. Warum auch?"
"Na, wir sind doch jetzt alt genug?"
"Alt? Ich bin fünfundzwanzig! Wie alt bist du? Ein Jahr älter?"
"Das ist doch alt genug."
"Was? So ein Quatsch! Wollen wir nicht auch Pfeffer an den Salat?"
Themawechsel. Geschickt und schnell. Merkt sie nie.
" Ich finde schon. Du kannst morgen auf die Straße gehen und von einem betrunkenen Fahrer überfahren werden. Peng!"
Ich reichte ihr die Pfeffermühle. "So möchte ich nicht sterben."
"Siehst du? Wie dann?"
"Keine Ahnung. Friedlich, denke ich. Und alt. Jedenfalls deutlich älter als jetzt."
" Also hast du dir doch schon Gedanken gemacht."
Ich hielt noch immer die Pfeffermühle in der Hand. Hatten wir nicht neue kaufen wollen? " Nein, eigentlich nicht."
"Du bist doch Krankenpfleger. Wie oft triffst du Menschen, die friedlich einschlafen?"
Verdammt, ich wollte doch nur Pfeffer am Salat! "Ich? Bis jetzt noch niemanden."
"Und warum ist das so?"
"Weil sie zum Arzt gegangen sind!"
"Mann, kannst du nicht einmal ernst bleiben?"
"Ich bin ernst. Die Menschen gehen zum Arzt und der entscheidet dann, das ein fünfundneunzigjähriger an einem Rektumkarzinom operiert werden muss, das seine Lebenserwartung auf drei Jahre beschränkt. Und der Mann wacht dann nach der Operation nicht mehr auf, hängt sechs Wochen an der Beatmung und verreckt unter voller Therapie."
Sie nahm einen Schluck Wein. " Und das macht dich nicht nachdenklich? Weißt du, das ich heute Nacht sterben könnte?"
"Nun hör aber mal auf!"
"Ich meine das ernst. Ich könnte heute ins Bett gehen, mich auf die Seite drehen und sterben. Mein Herz bleibt einfach stehen. Wie heißt das doch gleich?"
"Plötzlicher Herztod."
"Gibt's das nicht noch schlauer? Auf lateinisch?"
Ich hob die Schultern. " Keine Ahnung. Das Ergebnis ist das gleiche."
"Okay. Was machst du, wenn du morgen neben meiner Leiche aufwachst?"
"Ich bitte dich! Das wird nicht passieren!"
"Du hast noch nie darüber nachgedacht. Für dich ist es selbstverständlich, dass ich auch am nächsten Morgen noch lebe."
"Ja klar, natürlich ist es das."
Sie verzog das Gesicht. "Ich habe schon darüber nachgedacht."
"Worüber? Das du tot aufwachst?"
Das Messer beschrieb einen Halbkreis und zeigte dann auf mich. "Nein, was ich mache, wenn du heute Nacht stirbst."
Es waren etwa zwei Meter bis zur Küchentür. Nur ein einfacher Sprung. " So ein Quatsch!"
"Nein, überhaupt nicht."
"Ach!"
"Du rauchst zuviel."
"Wie bitte?"
"Ja, du rauchst wie ein Schornstein. Wieviel am Tag? Eine Packung?"
Jedenfalls rauchte ich im Augenblick nicht. Und das war nicht gut. "Nein. Nicht ganz. Manchmal schon, ja."
"Siehst du!"
"Jetzt hör aber auf! Du brauchst mir keinen Vortrag über die Gefahren des Rauchens zu halten. Ich bin Krankenpfleger. Sozusagen vom Fach."
"Ja, schlimm genug."
Himmel, ich wollte doch nur Pfeffer an den Salat. Auf Feta konnte ich ja verzichten. "Können wir jetzt den Salat machen?"
"Ich könnte morgen tot sein, und du denst nur ans Essen."
"Ja, weil du morgen noch leben wirst. Was ist jetzt mit dem Pfeffer?"
"Ich würde um dich weinen."
"Was?"
"Ich würde um dich weinen."
"Warum?"
"Weil du tot bist."
Ich gab es auf und stellte die Pfeffermühle ab. "Bin ich nicht."
"Noch nicht."
"Du kannst einem echt den Tag versauen, weißt du das?"
"Ich möchte doch nur, das du einmal nachdenkst."
"Schön, du würdest um mich weinen."
"Ja, das würde ich. Ich würde dich einäschern lassen."
Langsam wurde es persönlich. "Was? Nein, das will ich nicht!"
"Warum nicht?"
"Ich möchte nicht verbrannt werden!"
"Warum denn nicht, du bist doch tot!"
"Ja? Ja, schon. Trotzdem! Ich will nicht verbrannt werden!"
"Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?"
"Nein." Ein ewiger Sonntagnachmittag mit Kaffee und Kuchen? Danke.
"Dann ist mit dem Tod alles für dich zuende?" "Ja."
"Dann kannst du doch auch verbrannt werden."
"Ich will aber nicht."
Sie wischte mit dem Zeigefinger den Tomatensaft vom Messer und leckte sich den Finger ab. "Ich würde Rosen auf dein Grab pflanzen. Rote Rosen als Zeichen meiner Liebe."
"Ich lebe aber noch."
"Und jeden Tag würde ich an deinem Grab mit dir reden. Würdest du auch mit mir reden?"
"Das tue ich die ganze Zeit."
"An meinem Grab, meine ich."
"Welches Grab?"
"In dem ich liegen werde."
"Hallo, mach mal 'ne Pause! Du bist am Leben, ich bin am Leben und wenn dir kein Unfall mit dem Messer passiert, dann bleibt das noch 'ne ganze Weile so."
"Es gibt für nichts auf dieser Welt eine Garantie."
"Schon möglich."
"Aber du tust so, als wäre das nicht wahr."
"Doch, schon. Aber wie soll ich das verhindern? Bestimmt nicht, in dem ich darüber nachdenke."
"Es gibt auch keine Garantie für dein Überleben."
Nur zwei Meter bis zur Tür. "Nein, gibt es nicht."
"Magst du rote Rosen?"
"Was? Warum denn?"
"Ich möchte doch, das dein Grab dir gefällt."
"Nein, ich hasse Rosen. Ich hasse auch Gräber. "
"Aber du wirst irgendwann in einem enden."
"Ich kann meinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung stellen."
"Du willst nicht verbrannt werden, aber du bist einverstanden, wenn pickelige Medizinstudenten an dir rumoperieren?"
"Ja, okay. Vielleicht kein gutes Beispiel. Also gut, irgendwann liege ich in einem Grab. Trotzdem muß ich Gräber nicht mögen."
"Also, ich möchte ein schönes Grab. Schließlich werde ich viel Zeit darin verbringen."
"Mir würde ein schöne Wohnung viel besser gefallen."
"Wie denkst du von der Ewigkeit?"
"Die ist mir zu lang."
"Wieso?"
"Na, überleg doch mal. Wie lang ist schon eine Woche. Und dann dieser langweilige Sonntagnachmittag. Bis in alle Ewigkeit auf dem Sofa liegen und alte Jonny Weismüller Filme sehen. Das halte ich nicht aus."
"Ach, du musst immer alles schlecht machen mit deinem Zynismus! Wir sind hier unter uns, kannst du nicht einmal sagen, was du wirklich denkst? Was du wirklich fühlst?"
"Das habe ich getan. Die Ewigkeit ist eine grausame Vorstellung für mich. Ich finde sie absolut nicht erstrebenswert. Sie erschreckt mich, wenn ich ehrlich sein soll. Wenn es sowas wie eine Strafe nach dem Tot git, dann muß es die Ewigkeit sein."
"Du glaubst doch eh nicht nach einem Leben nach dem Tod."
"Richtig!"
"Dann mag es die Ewigkeit für dich eben nicht geben. Was ist mit der Wiedergeburt?"
"Was soll damit sein?"
"Glaubst du wenigstens daran?"
"Ich glaube, das unser Salat heute nicht mehr fertig wird."
"Kannst du mir jetzt antworten?"
Wieder zuckte das Messer in meine Richtung." Ich weiß es nicht. Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht."
"Möchtest du als Tier oder als Pflanze wiedergeboren werde?"
"Hörst du mir eigentlich zu? Ich habe keine Ahnung."
"Ich wäre gern ein Pferd, ein schnelles freies Pferd. Irgendwo auf Island. Ja, das wäre schön."
"Und ich wäre gern satt."
"Frei und wild."
"Ja, und irgendwann wird man dich zureiten, dir einen Sattel auf den Rücken legen, und Touristen auf dich draufsetzen."
"Ach, du verstehst es sowieso nicht! Du verstehst gar nichts! Du bist so selbstgefällig, unreif und gefühlskalt! Alles mußt du in den Dreck ziehen, nur weil du dich nicht stellen kannst! Du scheiß Mann! Ich wette, du schämst dich jeder Träne, die du geweint hast. Und jetzt versuchst du so erhaben zu sein. Über den Dingen willst du stehen, und weißt nicht mal wo oben ist!"
Sie schmiss das Messer in die Spüle, nahm die Salatschüssel und schüttete sie in den Mülleimer aus.
Es krachte dreimal. Einmal, als sie die Küchentür hinter sich zuschmiss. Einmal, als sie über meine Schuhe fiel, die mitten im Flur standen. Einmal, als sie die Haustür ins Schloß warf.
Ich betrachtete die Pfeffermühle, sah auf den Salat, der im Mülleimer zwischen alten Joghurtbechern und Taschentüchern lag und versuchte die Stille in mir aufzunehmen.
Ich hatte Hunger und ich hatte Durst. Also bestellte ich eine Pizza und was zu trinken, schaltete den Fernseher ein und legte mich aufs Sofa.
Manchmal war es schön ein Mann zu sein. Ich mußte nichts vom Sterben wissen, nichts vom Leben und ncihts vom Rest dazwischen.
Ich mußte nur überleben, und das konnte ich gut. Essen und trinken, mehr brauchte ich nicht dafür.
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